Der Audi 200 quattro TransAm

Ende der 80er Jahre suchten die Strategen von Audi ein neues Einsatzgebiet für die quattro-Technologie. Sie fanden es in Nordamerika, in der TransAm-Serie für Tourenwagen.

Das erste Rundstrecken-Auto in der Geschichte der Marke Audi war eine Oberklasse-Limousine, der Audi 200 turbo quattro. Als Basis diente ein Serien-Chassis, das von allem Ballast befreit war und nur noch 1.115 Kilogramm wog. Ein Überrollkäfig, auf der Fahrerseite durch Seitenaufprallprofile ergänzt, erhöhte die Verwindungssteifigkeit. Das Reglement ließ nur Zweiventil-Zylinderköpfe zu; die Leistung des 2,1-Liter-Fünfzylinders lag anfangs bei 375 kW (510 PS); im Lauf des Jahres wuchs sie auf 405 kW (etwa 550 PS).

Die ersten Probefahrten gingen Ende 1987 über die Bühne. Am 16. April 1988 trat Audi mit zwei Limousinen für Hans-Joachim Stuck und den US-Amerikaner Hurley Haywood auf dem Stadtkurs von Long Beach an – gegen die Meute der amerikanischen Tourenwagen mit ihren großen V8-Saugern, die über 500 kW (680 PS) leisteten.

Die Zuschauer bekamen völlig neue Eindrücke präsentiert. Der 200 quattro TransAm kam mit einem hell schreienden Motor um die Kurven, untermalt vom Zischen und Pfeifen des Wastegate-Ventils, beim Schalten züngelten Flammen aus dem Auspuff. Der Audi machte sein PS-Defizit durch die Wendigkeit und die bessere Traktion mehr als wett, und im Regen fuhr er Kreise um die heckgetriebenen Autos der Konkurrenz.

Schon im zweiten Rennen in Dallas holte Haywood den ersten Sieg, und am Saisonende hatte Audi acht von 13 Läufen und die Markenwertung für sich entschieden. Neben Stuck (vier) kamen der neue Meister Haywood und Walter Röhrl zu je zwei Erfolgen.

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