Der Audi V8 quattro DTM

Der große, luxuriöse Typ V8, mit dem Audi 1990 in die Deutsche Tourenwagenmeisterschaft einstieg, erschien nicht unbedingt als ideale Ausgangsbasis für einen Rennwagen. Auch im Renntrimm wog er noch knapp 1,3 Tonnen, 300 Kilogramm mehr als die Konkurrenz. Doch in den Händen von Audi Sport avancierte er zum Siegertyp.

Der frei saugende 3,6-Liter-V8 mit seinem Aluminium-Kurbelgehäuse leistete zu Beginn seiner Motorsportkarriere etwa 305 kW (zirka 415 PS), am Ende waren es etwa 345 kW (rund 480 PS) und gut 400 Nm Drehmoment, die in einem breiten Band zur Verfügung standen. Auf schnellen Strecken mussten die Mechaniker die Leistung leicht zurücknehmen, um mit dem Treibstoff auszukommen. Neben einheitlichen Tanks schrieb das Reglement gleiche Reifen vor – sie waren nur 265 Millimeter breit, eigentlich viel zu schmal für die gut 4,90 Meter lange Limousine. Die quattro-Technologie erwies sich einmal mehr als das entscheidende Plus, beim Bremsen und beim Beschleunigen.

Das Gesamtpaket war stark genug, um Audi zwei Meisterschaften nacheinander einzubringen. In beiden Jahren fiel die Entscheidung erst im letzten Saisonrennen auf dem Hockenheimring. 1990 gewann Hans-Joachim Stuck den Titel. 1991 beerbte ihn der junge Frank Biela in einem Herzschlagfinale, der einsetzende Regen bremste die Konkurrenz mit Heckantrieb.

1992 entbrannte während der Saison ein Streit um die neue Kurbelwelle des V8 mit ihren nunmehr 180 Grad Hubzapfenversatz. Audi zog sich vor dem Heimspiel am Nürnberger Norisring aus der Serie zurück. Unterm Strich war die DTM-Bilanz exzellent: Von den 36 Rennen der Jahre 1990 und 1991 hatte die Marke die Hälfte gewonnen.

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