Die S-Modelle

1990 startete Audi die neue Familie der S-Modelle. Sie bauten das dynamische Image, das sich die Marke im Motorsport erworben hatte, weiter aus – mit satter Kraft, gepflegtem Stil und dem permanenten Allradantrieb quattro in Serie.

Das erste S-Modell war das Coupé S2, es sollte die Nachfolge des ersten quattro antreten. Als Antrieb diente der 161 kW (220 PS) starke Fünfzylinder-Turbo des Vorgängers. Die Modellbezeichnung lehnte sich an den S1 an, den legendären Wettbewerbswagen aus der Rallye-WM. Der S2 war ein kultivierter Sportler; er trug Carbonblenden im Interieur und weiße Rundinstrumente im Cockpit. Ende 1992 legte Audi den S2 Avant auf; ein Jahr später folgte die Limousine. Bei beiden war die Leistung des Turbomotors auf 169 kW (230 PS) gesteigert worden.

Die S-Modelle etablierten sich rasch in der Mittelklasse. Der S4 von 1997, als Limousine und Avant lieferbar, hatte einen Biturbo-V6 unter der Haube, der 195 kW (265 PS) leistete. In der nächsten Generation, die Anfang 2003 erschien, stellte Audi auf einen Saugmotor um: Der 4,2-Liter-V8 mit 253 kW (344 PS) zog in die S4 Limousine und den S4 Avant ein, dazu gab es auch ein S4 Cabriolet. 2004 kam eine neue Generation der S-Modelle auf den Markt, 2006 folgte das dazugehörige S4 Cabriolet.

Von 2007 an ging die heute aktuelle S-Baureihe an den Start. Im zweitürigen Coupé S5 arbeitet ein hochmoderner V8 FSI, der 260 kW (354 PS) abgibt. Der S4 präsentierte bei seinem Debüt 2008 eine weitere Innovation von Audi – das Sportdifferenzial, das die Kräfte variabel auf die Hinterräder verteilt. Die S4 Limousine, der S4 Avant, das S5 Cabriolet und der S5 Sportback nutzen einen hocheffizienten Motor – der 3.0 TFSI, ein V6 mit Kompressor-Aufladung, leistet 245 kW (333 PS).

Im Audi 100 begann die Geschichte der S-Varianten im Jahr 1991: Die Limousine und der Avant, damals noch S4 genannt, nutzten den 2,2-Liter-Turbo mit 20 Ventilen und 169 kW (230 PS). Schon ein gutes Jahr später bekamen sie ein neues Top-Modell zur Seite gestellt – den S4 4.2 mit dem 206 kW (280 PS) starken 4,2-Liter-V8. Von 1994 an galt die neue Audi-Nomenklatur, die Modellreihen Audi 80 und Audi 100 wurden in A4 und A6 umbenannt. Im Audi S6, einer Modellaufwertung des Audi S4 auf Basis des Audi 100, leistete der V8-Vierventiler 214 kW (290 PS). Seine Leistung stieg im S6 plus auf 240 kW (326 PS). Die neue Top-Version war das erste Fahrzeugprojekt, das ganz unter der Verantwortung der 1983 gegründeten quattro GmbH entstand.

Auch beim S6 der zweiten Generation, der 1999 startete, war der V8 die treibende Kraft, nunmehr als Fünfventiler mit 250 kW (340 PS). Um den Motor im Fahrzeugbug unterzubringen, verlängerten die Ingenieure den Vorderwagen um 37 Millimeter. 2006 folgte der Audi S6 der heute aktuellen Generation. Sein Antrieb ist ein direkt einspritzender V10 mit 5,2 Liter Hubraum, der 320 kW (435 PS) abgibt. Im Gegensatz zur S4-Familie wählen die Kunden beim S6 den Avant häufiger als die Limousine.

Ähnlich wie beim S6 verlief die Entwicklung beim S8. Das erste Modell startete 1996 mit dem 4,2-Liter-V8 (250 kW/340 PS) – eine neuartige Synthese aus luxuriösem Ambiente und überlegener Leistungsentfaltung. Drei Jahre später erstarkte der Achtzylinder, jetzt ebenfalls mit Fünfventil-Technologie, auf 265 kW (360 PS). 2006 folgte der S8 der zweiten Generation. Wie der S6 trug er einen V10 FSI mit Benzin-Direkteinspritzung unter der Haube, jedoch mit 331 kW (450 PS) Leistung.

In der Kompaktklasse debütierte das erste S-Modell im Frühjahr 1999. Quer im Bug des dreitürigen S3 war ein Turbo-aufgeladener 1,8-Liter-Vierzylinder installiert. Anfangs leistete er 154 kW (210 PS), ab Herbst 2001 165 kW (225 PS). Der Nachfolger, der Ende 2006 debütierte, ist als Dreitürer und als fünftüriger S3 Sportback erhältlich, hier arbeitet ein aufgeladener Zweiliter-TFSI mit 195 kW (265 PS). Der direkt einspritzende Vierzylinder-Turbo treibt auch den leichtgewichtigen TTS und den TTS Roadster an, die seit Mitte 2008 auf dem Markt sind. Bei allen kompakten S-Modellen von Audi verteilt eine hydraulische Lamellenkupplung die Kräfte auf die Achsen.

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