Die Serienmodelle

Der erste Audi mit permanentem Allradantrieb gab sein Debüt am 3. März 1980 auf dem Genfer Autosalon. Er hieß schlicht Audi quattro und demonstrierte seinen starken Charakter mit einer neuen, kantigen Karosserie. Sein Fünfzylinder-Turbo holte aus 2.144 cm³ Hubraum 147 kW (200 PS) und 285 Nm Drehmoment. Damit machte er den Audi quattro, der heute gern Ur-quattro genannt wird, zu einem der ganz schnellen Sportwagen jener Zeit – er brachte ihn in 7,1 Sekunden von null auf 100 km/h und weiter auf eine Höchstgeschwindigkeit von 222 km/h.

Der erste quattro, der unter Ägide des visionären Entwicklungsvorstands Dr. Ferdinand Piëch entstanden war, avancierte zum Erfolg und zum Longseller – seine Produktion lief bis Mai 1991. Das Interieur gewann nach und nach an Komfort, ohne seinen funktionalen, sportlichen Charakter zu verlieren. Auch das Fahrwerk – Querlenker, McPherson-Federbeine und Scheibenbremsen rundum – wurde immer wieder verfeinert und unter anderem mit einem Antiblockiersystem ergänzt.

1984 erschien der in Länge und Radstand drastisch verkürzte Sport quattro. Der „kurze“ quattro diente zur Homologation des neuen Wettbewerbsautos in der Rallye-WM. Sein Vierventil-Turbo leistete 225 kW (306 PS), innovative Leichtbaumaterialien senkten das Gewicht der Karosserie. Audi fertigte seinen Supersportwagen in einer kleinen Serie von 214 Exemplaren von Hand. 1989 zog die Vierventiltechnologie mit 162 kW (220 PS) auch beim „langen“ quattro in die Serie ein.

Bereits im Spätsommer 1987 erschien im Ur-quattro ein im Hubraum leicht angehobener Motor, der weiterhin 147 kW (200 PS) lieferte. Im Antriebsstrang arbeitete ein Torsen-Differenzial, wie es Audi im Jahr zuvor beim Audi 80 quattro eingeführt hatte. Das selbstregelnde Schneckenradgetriebe ersetzte das manuelle Sperrdifferenzial, mit dem der quattro 1980 an den Start gegangen war.

Von 1982 an stellte Audi dem ersten quattro fünf weitere Allradvarianten zur Seite – den Audi 80/90, das Audi Coupé und den Audi 100/200, jene Baureihe, die auch als Aerodynamik-Weltmeister der 80er Jahre in die Automobilgeschichte einging. Die neuen Typen spiegelten die Entscheidung wider, in jeder Modellfamilie eine quattro-Variante anzubieten, und verkauften sich hervorragend. Sie waren wichtige Meilensteine auf dem Weg von Audi in die Premiumliga des Automobilbaus.

An die Spitze der Modellpalette rückte 1988 der Audi V8, zu Beginn mit 3,6 Liter Hubraum, später auch als 4,2-Liter mit 185 kW (250 PS) oder 206 kW (280 PS). Die Limousine war ausschließlich mit dem permanenten Allradantrieb zu haben. Beim Nachfolger Audi A8, den es auch mit Frontantrieb gab, orderten die Kunden fast nur die quattro-Varianten. Viele Jahre lang waren die jeweiligen Topmodelle der Luxusklasse-Baureihe zugleich die stärksten quattro-Serienmodelle von Audi. 2009 übernahmen der Hochleistungssportwagen R8 5.2 FSI quattro mit seinem frei saugenden V10, der 386 kW (525 PS) auf die Räder schickt, und der Audi RS 6 mit dem doppelt aufgeladenen V10-Motor und 426 kW (580 PS) die Spitzenposition.

1995 brachte Audi zwei wegweisende und markenprägende Technologien zusammen: Die drehmomentstarken TDI-Modelle waren erstmals auch mit quattro-Antrieb zu haben. Kraft und Ausdauer trafen Traktion – eine überaus harmonische Kombination. Das erste Modell dieser Art war der A6 2.5 TDI quattro; sein Fünfzylinder-TDI leistete 103 kW (140 PS).

Heute ist die Palette auf dem Diesel-Feld eindrucksvoll breit gefächert. In den Modellreihen A3, A4 und A5 ist schon der 2.0 TDI mit quattro-Antrieb zu bekommen. An der Spitze steht der Q7 V12 TDI quattro – der stärkste Diesel-SUV der Welt schöpft aus sechs Liter Hubraum 368 kW (500 PS) und liefert ein maximales Drehmoment von überragenden 1.000 Nm.

Die kompakten Modelle von Audi, die A3- und TT-Reihe, sind seit 1998 ebenfalls mit dem permanenten Allradantrieb quattro zu haben. Mit ihren quer eingebauten Motoren nutzen sie statt des Mittendifferenzials ein elektronisch geregeltes System, bei dem eine hydraulisch betätigte Lamellenkupplung als Längssperre dient.

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