Die Designstudien

Quattro ist Faszination – Audi pflegt die emotionale Ausstrahlung seiner Erfolgs-Technologie seit vielen Jahren mit spektakulären Fahrzeugstudien. Die erste von ihnen war der Pininfarina Quartz, ein Showcar für den Genfer Salon 1981. Das italienische Studio hatte einen Audi quattro mit einer keilförmigen Außenhaut eingekleidet, die Endrohre und der Tankdeckel waren den Vier Ringen des Markenzeichens nachempfunden.

Der quattro Spyder, präsentiert auf der IAA in Frankfurt/Main 1991, war der erste reine Sportwagen der Nachkriegszeit von Audi und der erste Audi mit Aluminiumkarosserie. Ein Motor aus der Großserie, der 2,8-Liter-V6 mit 128 kW (174 PS), quer in der Fahrzeugmitte montiert, beflügelte das nur 1.100 Kilogramm schwere Leichtgewicht. Ein speziell konzipierter Antriebsstrang lenkte die Kraft auf alle vier Räder. Der zeitlos elegante quattro Spyder hatte im Interieur viele Teile aus Aluminium, mit denen er schon den Charakter des ersten TT vorwegnahm.

Nur wenige Wochen später zündete Audi eine zweite Rakete auf der Tokyo Motor Show – den Avus quattro. Längs vor seiner Hinterachse sollte ein Sechsliter-Zwölfzylinder mit 374 kW (509 PS) Leistung Platz finden, dessen drei Zylinderbänke in W-Form zueinander standen. Im aufwändigen quattro-Antriebsstrang war das Schaltgetriebe zwischen den Vorderrädern untergebracht. Der Avus quattro ist noch heute eine der großen Design-Ikonen von Audi. Die Kotflügel über den mächtigen 20 Zoll-Rädern, die Flanken und die extrem weit nach vorn gerückte Fahrerkanzel bilden eine schimmernde Welle aus Aluminium.

Wies der Avus quattro bereits Anklänge an die Stromlinien-Rennwagen der Auto Union aus den 30er Jahren auf, so führte Audi diese Idee bei der Studie Rosemeyer, ebenfalls mit quattro-Antrieb, noch konsequenter fort. Der Mittelmotor-Sportwagen entstand 2000 als Exponat für die Autostadt Wolfsburg, um ein Stück der Marken-DNA von Audi zu visualisieren. Wenig später präsentierten die Ingolstädter Designer mit der Studie Steppenwolf auf Basis des A3 eine Idee für einen kompakten SUV, und der Luxuskombi Avantissimo stand 2001 bereits auf der Plattform des kurz darauf folgenden neuen A8.

Realitätsnäher waren die Studien, die im Herbst 1995 ins Rampenlicht rollten: Der TT quattro als Coupé und Roadster war nicht weit vom Serienstand entfernt. 2003 läuteten drei weitere Showcars den Ausbau des Modellprogramms ein. Auf der Detroit Motor Show im Januar präsentierte die Marke den Pikes Peak quattro, den Vorläufer des Q7. Auf dem Genfer Salon folgte das Coupé Nuvolari quattro, der Wegbereiter des A5. Und im September avancierte der Audi Le Mans quattro zum Star der IAA in Frankfurt/Main – er war dem R8 wie aus dem Gesicht geschnitten.

In den letzten Jahren erfüllen die Audi-Showcars primär die Aufgabe, neue Wege in der Antriebstechnologie vorzustellen. Der e-tron, einer der Stars der IAA von 2009, ist ein starker Sportwagen, der sich rein elektrisch bewegt. Seine 230 kW (313 PS) strömen auf alle vier Räder – typisch Audi. 30 Jahre nach seinem Serienstart ist das Konzept quattro dynamischer und emotionaler denn je.

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