2005: Das selbstsperrende Mittendifferenzial im Audi RS 4

Im RS 4 der zweiten Generation zündete Audi 2005 die nächste Evolutionsstufe seines klassischen quattro-Antriebs. Das neue selbstsperrende Mittendifferenzial, das heute in den meisten Modellen zum Einsatz kommt, blieb dem Prinzip der mechanischen Arbeitsweise treu, stellte gegenüber dem Torsen-Differenzial jedoch einen erheblichen Fortschritt dar.

Im normalen Fahrbetrieb lautet die Kraftverteilung zwischen Vorder- und Hinterachse 40 : 60 – diese asymmetrisch-dynamische Momentenverteilung führt zu einem sportlichen, heckbetonten Handling. Bei Bedarf kann das Mittendifferenzial bis zu 60 Prozent der Kräfte nach vorne und bis zu 80 Prozent nach hinten umleiten. Falls ein Rad einer Achse durchdrehen sollte, regelt es die Elektronische Differenzialsperre EDS per Bremseneingriff ab; das ist jedoch nur äußerst selten nötig.

Das selbstsperrende Mittendifferenzial ist als Planetengetriebe aufgebaut. Ein Hohlrad schließt ein Sonnenrad ein; zwischen beiden drehen sich walzenförmige Planetenräder, die mit dem rotierenden Gehäuse verbunden sind. Sie verteilen die Antriebsmomente asymmetrisch – der etwas größere Teil fließt über das Hohlrad und die mit ihm verbundene Abtriebswelle zum Heck. Der kleinere Anteil gelangt auf das Sonnenrad und wandert von dort zur Vorderachse. Wenn die Traktion an einer Achse nachlässt, entstehen durch die schneckenartige Form der Zahnräder und ihre schrägen Steckverzahnungen axiale Kräfte im Differenzial; sie sorgen über Reibscheiben für das gewünschte Sperrmoment und die Umleitung der Kräfte zu den Rädern mit den besseren Reibwerten.

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